Dass Innovationen wichtig sind, ist schon lange nicht mehr die Frage. Unternehmen wissen um die Wichtigkeit und Bedeutung von Innovationen. Daher werden hunderttausende Euro in Innovationsaktivitäten investiert. Gerade Innovationsberater profitieren von diesem Hype. So erhalten sie Aufträge Innovationsprozesse zu entwickeln, Ideenmanagement Software einzuführen, Kreativräume und Innovation Labs zu gestalten und Mitarbeiter in verschiedenen Methoden zu schulen. Und dennoch sind viele mit dem Innovationserfolg nicht zufrieden. Woran liegt das?

Innovationserfolg braucht mehr als einen Beratungsauftrag

Ich liebe meinen Job als Innovationsermöglicherin. Mein Job ist vielseitig und abwechslungsreich. Jedes Unternehmen steht vor anderen Stolpersteinen, Rahmenbedingungen und Zielen. Ich mag es mit verschiedenen Teams an vielfältigsten Themen zu arbeiten.

Meine Arbeitsweise ist dabei immer auf das jeweilige Unternehmen und Team ausgerichtet. Ein erfolgreiches Innovationssystem braucht einerseits eine ganzheitliche Betrachtung verschiedener Elemente. Andererseits ist jedoch die Gestaltung dieser Elemente individuell. Blaupausenkonzepte funktionieren nicht.

Ein Innovationssystem beschreibt alle Elemente, die ein erfolgreiches und funktionierendes Innovationsmanagement benötigt. Nur, wenn alle Elemente etabliert und berücksichtigt sind, gelingen wirkliche Innovationen. Die Abbildung zeigt die einzelnen Komponenten.

GrowFact arbeitet mit einem fünfteiligen Innovationsmodell.

Innovationserfolg bedeutet die richtigen Dinge richtig zu machen

In Akquisegesprächen fragen mich potentielle Kunden was ich ihnen genau empfehle und wie der Prozess bei ihnen aussehen wird. Gerne erzähle ich von erfolgreichen Beispielen, weise jedoch darauf hin, dass, wenn ein Konzept bei Unternehmen A funktioniert, bedeutet das nicht, dass es auch bei Unternehmen B funktioniert.

Gemeinsam mit einem Kernteam des jeweiligen Unternehmens entwickeln wir gemeinsam die richtigen, passenden Elemente. So machen wir nicht nur die richtigen Dinge, sondern können diese dann auch richtig gestalten.

Innovationserfolg braucht völlige Zustimmung im Management – über den gesamten Zeitraum

Ich fordere das Management immer zu einem klaren Kommitment auf. Nur, wenn sie zu 100 Prozent hinter dem Projekt stehen, dann wird es erfolgreich sein. Zu Beginn höre ich dann oft: “Klar, wir unterstützen das Team zu 100 Prozent.”

In vielen Fällen muss ich im Lauf der Zeit das Management an dieses Kommitment erinnern. Meistens dann, wenn das Tagesgeschäft überhand nimmt, irgendein Auftrag überhand nimmt und keine Zeit mehr für die Innovationsaufgaben kommt. Da heißt es schnell: “Wir müssen das wohl um 2-3 Wochen verschieben.” oder “Im Sommer wird es dann wieder leichter.” Doch dann kommt der Sommer und mit ihm ein neuer Auftrag. Man verschiebt das Thema Innovation auf den Herbst, dann auf den Winter und schließlich aufs nächste Jahr.

Wie lange wollen Unternehmen das Thema vor sich herschieben? Bis sie Marktanteile verlieren? Bis sie Arbeitsplätze reduzieren müssen? Bis sie einen ganzen Standort schließen müssen?

Es ist jetzt die Zeit für Innovation, trotz dringlichem Tagesgeschäft! Heute sollen ihre Teams die Ideen für die Zukunft von morgen gestalten.

In solchen Situationen kann ich auch sehr provokant sein. Erst letzte Woche habe ich zu einem Geschäftsführer gemeint: “Wenn wir jetzt nicht weitermachen, dann könnten Sie mir doch einfach die 50.000 Euro Beratungshonorar überweisen und alles beim Alten belassen.”

Ja, das war provokant, aber in dieser speziellen Situation hat es geholfen. Der Geschäftsführer schafft neue Ressourcen, damit das Team weitermachen kann.

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Wieviel Platz hat Innovation? Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Innovationserfolg?

Stecken Sie nicht den Hals in den Sand, packen Sie es an.

Viel Erfolg wünscht

Bianca Prommer