Wie schaffe ich es meine Mitarbeiter vom Change-Projekt zu überzeugen? Wie kann ich Ihnen die Wichtigkeit und auch den Nutzen aufzeigen? Wie schaffen wir es in der Veränderung gut zu kommunizieren? Wie nehmen wir alle mit? Holen sie dort ab wo sie stehen? In diesem Blogbeitrag gebe ich dir die Technik der Change-Story in die Hand. Wir erstellen gemeinsam eine Change-Story, die sowohl Wichtigkeit und Dringlichkeit, als auch die Emotion deines Teams anspricht.

Wie kommuniziere ich den Nutzen meines Veränderungsprojektes klar und deutlich? Die Change Story liefert eine Struktur

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich aufgezeigt worauf du bei der Kommunikation im Change achten solltest – also wie du kommunizieren sollst, welche Ideen ich dazu haben und was du unbedingt vermeiden solltest.

Heute zeige ich dir welche 8 Aspekte eine gute Change Story benötigt.

Was ist eine Change Story überhaupt?

Eine Change Story fasst die wesentlichen Eckdaten eines Veränderungsprozesses zusammen und erläutert dem Team worum es genau geht. Dabei schafft sie ein Gefühl der Dringlichkeit, zeigt die Wichtigkeit der Veränderung auf und schafft Emotion durch ein neues Zielbild.

Change funktioniert in Unternehmen nur, wenn möglichst viele Menschen sich aktiv beteiligen möchten und die Veränderung mittragen. Veränderung “von oben” anzuordnen mag zwar anfangs gehen, aber langfristig lassen sich Mitarbeiter damit nicht halten und motivieren. Also warum nicht gleich Betroffene zu Beteiligte machen? Warum nicht von Beginn an klar und offen kommunizieren?

Die Change Story hilft dir bei der Vorbereitung. 8 Punkte leiten dich dabei durch die Veränderung.

Schau dir doch gleich das Video zum Blogbeitrag an

Oder doch lieber als Podcast im Ohr?

Die 8 Zutaten einer guten Change Story

  1. Das ist bis jetzt unsere Geschichte…

Ich erlebe oft, dass die Veränderung, also die neue Welt, das Allheilmittel ist. Damit vermitteln wir Mitarbeitern jedoch oftmals: “Was du bis jetzt gemacht hast, ist falsch.” Wer hört das gerne? Schnell entstehen erste Widerstände. Dabei haben wir in der Vergangenheit doch bestimmt nicht alles falsch gemacht, oder? Die Vergangenheit hat unser Unternehmen möglicherweise auch erfolgreich gemacht.

Daher empfehle ich dir folgende Frage: Was hat uns gestern erfolgreich gemacht? Entwickle diese Punkte gerne mit deinem Change Team gemeinsam. Frage auch Mitarbeiter dazu.

Und greife diese Punkte in deiner Change Story auf.

2. Aber die Dinge verändern sich gerade, weil

Ja, es tut sich was am Markt. Globalisierung, Pandemien, Innovationsdruck, neue Wettbewerber am Markt und schnell verändernde Kundenbedürfnisse. Wer sich nicht verändert, wird langfristig nicht als Unternehmen bestehen können. Das ist dir klar? Deinen Mitarbeitern jedoch möglicherweise nicht. Weil sie noch immer zahlreiche Überstunden machen, um den Berg an Arbeit zu bewältigen, weil die Umsätze und Gewinne heute noch stimmen. Also ist kein spürbarer Schmerz da, der sagt: Wir müssen uns ändern.

Zeige daher die Dinge auf, die sich gerade verändern. Was tut sich am Markt? Bei den Kunden? Mitbewerbern? Sammle Argumente, Beobachtungen, Zahlen und Fakten rund um die Veränderung im Außen.

3. Deshalb sollten wir jetzt…

Ja, schön, dass sich etwas im Außen tut. Aber was bedeutet das für die Mitarbeiter? Für das Unternehmen? Schlage die Brücke zwischen dem Außen und dem Innen. Wie wirken sich die Punkte aus dem zweiten Schritt auf das Unternehmen aus und was sollte konkret getan werden?

4. Wie wird das aussehen und sich anfühlen?

Zeichne ein emotionales und klares Zielbild. Wohin soll die Reise gehen? Was müssen wir morgen anders machen, um weiterhin erfolgreich zu sein? Und wie ist es dort? Wie fühlen, handeln und denken wir, wenn wir das Zielbild erreicht haben?

Achtung: Nicht alles wird schön sein. Es wird auch Schwierigkeiten geben.

5. Es wird nicht leicht, weil…

Dieser Punkt wird oftmals ausgelassen, dabei ist er aus meiner Sicht wichtig. Vielleicht kennst du das auch: Die Veränderung wird als so großartig beschrieben und all die negativen Aspekte werden nicht angesprochen und trotzdem weißt du: Es wird schwierig. Es wird wehtun. Es müssen 50 Personen abgebaut werden.

Also sei in diesem Punkt ehrlich. Sprich offen die Herausforderungen und Schwierigkeiten an. Du weißt noch nicht alles? Du bist noch unsicher was euch auf der Change Reise erwarten wird? Dann sprich es an.

Welchen Preis müssen wir bezahlen, wenn wir die Veränderung umsetzen? Welche Konsequenzen hat es?

6. Aber wir müssen erfolgreich sein, weil…

Jetzt ist es an der Zeit wieder an das Gefühl der Dringlichkeit zu appellieren. Im fünften Punkt haben wir schließlich aufgezeigt, warum wir die Veränderung nicht tun sollten. Also heißt es nun: Stimmung machen und den noch größeren Schmerz ansprechen.

Welche Auswirkung hat es, wenn wir uns nicht verändern? Dieser Schmerz sollte größer sein, als der im fünften Punkt. Dann sind Menschen auch bereit sich zu verändern.

7. Was wir jetzt unmittelbar tun sollten..

Was bedeutet die Veränderung für den Alltag. Zeige in diesem Punkt die ersten konkreten Schritte auf. Mach die Veränderung so einfach und begreifbar wie möglich. Was genau ist zu tun? Welchen ersten Schritt soll jeder einzelne im Unternehmen setzen? Welche konkreten Erwartungen gibt es?

8. Und denkt daran, dass…

Nutze diesen Punkt, um mit einer Motivation bzw. einem Appell abzuschließen. Ich spreche in diesem Punkt gerne die Identität an. Mitarbeiter sollten stolz darauf sein ein Teil des Unternehmens zu sein. Wenn ihr es schafft das anzusprechen und eure Mitarbeiter Teil des Neuen sein möchten, dann werdet ihr viele Mitstreiter bekommen.

Macht in diesem Punkt die Veränderung noch einmal schmackhaft.

Wie soll die Change Story erzählt werden?

In meinem Blogbeitrag habe ich zahlreiche Beispiele erläutert, wie man Change kommunizieren kann. Grundsätzlich empfehle ich mindestens 7 Touchpoints, also Gelegenheiten, wo du über Veränderung sprichst. Wir nehmen nicht alles schon beim ersten Mal auf. Wir brauchen Anker und Erinnerungen daran – und dann noch am besten über unterschiedliche Kanäle – visuell, auditiv und kinesthätisch.

Überlege wie du die Change Story über verschiedene Kanäle transportieren kannst. Mal sind es zentrale Botschaften auf Plakaten, dann wieder die gesamte Story in einem Teammeeting. Ich empfehle dabei auch in einen Dialog zu treten – also Mitarbeitern die Chance zu geben Fragen zu stellen.

Meist findet die Kommunikation “top-down” statt. Ja, gut, Hauptsache die Story erreicht jeden. Über die Informationskaskade ist meist sichergestellt, dass zumindest einmal die Change Story erzählt wurde. Doch, Achtung: einmal ist keinmal. Also lieber einmal zu oft in der Veränderung kommuniziert, als einmal zu wenig.

Wie gehe ich mit Widerständen um? Wie kann ich diese abbauen? Wie kann ich diese vermeiden? Was, wenn jemand absolut gegen die Veränderung ist? Stellst du dir diese Fragen auch gerade? Dann hol dir meine Tipps und Techniken, mit denen ich seit vielen Jahren auf Widerstände in der Veränderung reagiere.